Archiv für die Kategorie ‘Technik und Projekte

Rückblende: Pjotr Iwanowitsch Dolgow …

(veröffentlicht auf: https://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/02112017000153.shtml am 02.11.2017)

… Stratosphärenspringer und Phantomkosmonaut – Zu seinem 55. Todestag …
Zur Yuris’s Night am 12. April 2017 hielt Andreas Weise einen Vortrag im Wiener Naturhistorischen Museum. Der Vortrag basierte auf dem folgenden Artikel.


Prolog
…in uralten vergilbten Zeitungen geblättert…

Lesen in alten Printmedien ist interessant. In vielen alten Zeitschriften und Magazinen, die auch schon mal ein halbes Jahrhundert und älter seien dürfen, finden sich Beschreibungen und Hinweise auf Geschichten und Geschichte, die im Abstand der heutigen Zeit zwar fast vergessen, aber wieder ausgegraben immer noch spannend sind.

Der November 1962 war eine sehr bewegte Zeit. Außenpolitisch war die Menschheit gerade knapp an ihrer eigenen Vernichtung vorbei geschrammt, ohne sich dessen wirklich richtig bewusst geworden zu sein. Die sogenannte Kuba-Krise als Fast-Auslöser eines Atomkrieges war erst wenige Tage her. In der alten Bundesrepublik beschäftigte man sich innenpolitisch mit der SPIEGEL-Affäre. Herausgeber Rudolf Augstein saß wegen des Vorwurfs des Landesverrates gerade in Untersuchungshaft. Die Topmeldung zur Raumfahrt in der DDR war am 2. November der Start der sowjetischen Sonde Mars 1. Ein Thema, das in der Ostberliner Presse bereitwillig ausgebreitet wurde, in den Westberliner Zeitungen aber nur kurz Erwähnung fand. Hinter diesem medialen Hintergrund verblüffte es schon ein wenig, dass das Hamburger Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL am 21. November 1962 auf einer der letzten Seiten folgende kleine Notiz brachte:

„GESTORBEN . . .
. . . PJOTR IWANOWITSCH DOLGOW, 41, sowjetischer Oberst, Konstrukteur der Schleudersitze für die sowjetischen Weltraumschiffe vom Typ „Wostok“ und Weltrekord-Fallschirmspringer; nach einer Meldung der sowjetischen Armeezeitung „Roter Stern“ in „Ausübung seiner Pflichten“.“

(zitiert aus DER SPIEGEL, 21.11.1962, Nr.47, Seite 132)

Es muss also etwas Besonderes mit diesem Oberst Dolgow auf sich haben, wenn ein westliches Nachrichtenmagazin diesen Sowjetmenschen bemerkt und für erwähnenswert erachtet.
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Veröffentlicht November 2, 2017 von freundederraumfahrt in Raumfahrtgeschichte, Technik und Projekte

Rückblende: Es begann mit einem Piep…

Am 4. Oktober 1957 startete der erste künstliche Erdsatellit Sputnik 1. Mit ihm begann vor 60 Jahren das Zeitalter der Raumfahrt.
(veröffentlicht auf: https://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/26092017085056.shtml am 26.09.2017)

Das ist der Beginn einer neuen Ära: Das Bewusstsein der kosmischen Existenz der Menschheit.
Überall auf der Welt haben die Menschen das von Sputnik 1 gesendete Signal, hörbar als deutlich vernehmbares Piepen, empfangen. Damit war an diesem 4. Oktober 1957 ein Jahrhunderte alter Traum der Menschheit erfüllt. Der Mensch hat zum ersten Mal in der Geschichte selbst einen Himmelskörper erschaffen. Der Körper hat die Erdanziehungskraft überwunden und den Weltraum erobert.
Und wir haben ein neues Wort zu unserem Vokabular hinzugefügt: Sputnik
(Frei nach dem Text des Songs „Sputnik“ der britischen Band Public Service Broadcasting vom Album The Race for Space.)

Und damit ist eigentlich schon alles gesagt. Vielleicht sind nur die Briten in der Lage, unverklemmt und mit ehrlicher typisch britischer Sportlichkeit Siege des vermeidlichen Gegners anzuerkennen.

Leider verwischt die Bedeutung mancher geschichtlicher Ereignisse im Laufe der Jahrzehnte. Außerdem ist die Bewertung stark von den jeweiligen aktuellen politischen Sichtweisen geprägt.
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Veröffentlicht September 26, 2017 von freundederraumfahrt in Kolumnen, Raumfahrtgeschichte, Technik und Projekte

Rückblende: Das gelüftete Geheimnis der Wostok-Rakete

(veröffentlicht auf: https://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/21082017231039.shtml am 21.08.2017)

Im RAUMCON-Forum wird auch über ältere Raumfahrttechnik diskutiert. So zum Beispiel die Wostok-Trägerrakete. Wie sah diese aus? Wie funktionierte sie? Sind die Fotos echt? Und wenn ja, von welchem Flug stammen die? Ein scheinbares Chaos herrscht hier an historischen Informationen. Warum?
Diese Rückblende zeigt wie das Geheimnis der Wostok-Rakete vor 50 Jahren im Westen gelüftet wurde.

In unserer heutigen Informationsgesellschaft, wo jede mutmaßliche Info nur einen Klick entfernt ist, kann man die Geheimniskrämerei in der Hochzeit des Kalten Krieges nicht mehr rational nachvollziehen. Das betrifft speziell die sowjetische Raumfahrt. Da hier alles irgendwie mit dem sowjetischen Militär verwoben war, lag über allem der Schatten der Geheimhaltung. Anders bei den US-amerikanischen Raumfahrtprogrammen. Hier wurde man gerade zu mit Informationen zugeschüttet. Es war eben ein ganz anderer Ansatz in Sachen Öffentlichkeitsarbeit. Und während man die amerikanischen Trägerraketen in der Fachliteratur schon recht genau dargestellt sah, wusste man über die sowjetischen Raketen fast gar nichts. Es oblag den Raumfahrtjournalisten, sich aus den wenigen Informationsschnipseln ein Bild zusammen zu reimen.
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Veröffentlicht August 21, 2017 von freundederraumfahrt in Raumfahrtgeschichte, Technik und Projekte

Deutschland sucht die Astro-Frau … – Gedanken zur Initiative „Die Astronautin“

(veröffentlicht auf: https://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/25042017083852.shtml am 25.04.2017)

War das ein Fest! Am 19. April 2017 durfte ich bei der Vorstellung der beiden Finalistinnen im Raumfahrt-Projekt „Die Astronautin“ dabei sein. Fernsehteams hatten sich in Position begeben. Die Lokation war sehr nobel gewählt: In Berlin am Pariser Platz, gleich zwischen Hotel Adlon und US-Botschaft, in Sichtweite des Brandenburger Tors. Es gab etwas zu trinken, bedeutsame Reden wurden gehalten … die Stimmung war geradezu Historien-schwanger.

Deutschland schicke sich an, nun endlich auch eine Frau ins All zu bringen, hieß es. Ich hatte Gelegenheit, einige Anwesende zu fragen, ob sie glauben, dass eine der beiden ausgewählten Damen auch tatsächlich in den Weltraum fliegen werden. Die Antwort war immer die Selbe: Natürlich, Einhundertprozentig! Auf meine zweite Frage, ob ich die befragte Person auch so zitieren durfte, war die Antwort ebenso eindeutig: Bitte nicht!

Da fragt man sich trotz der vielen Glückstränen der Begeisterung in den Augen, ob das alles auch wirklich real ist. Deshalb: Tränen auswischen, Augen schließen, und Gedanken finden:
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Veröffentlicht April 25, 2017 von freundederraumfahrt in Kolumnen, Technik und Projekte

Zeiss-Großplanetarium Berlin nach Umbau wieder offen

(veröffentlicht auf: https://www.raumfahrer.net/news/astronomie/29082016153105.shtml am 29.08.2016)

Das Zeiss-Großplanetarium in Berlin Prenzlauer Berg öffnete nach zweijähriger Umbauzeit und fasziniert wieder seine Besucher. Raumfahrer.net war bei einer der ersten Veranstaltungen am 26. August 2016 mit Dr. Sigmund Jähn dabei und konnte mit dem Planetarium-Chef Tim Florian Horn sprechen.

„Mein Gott, es ist voller Sterne … .“ Diese letzten Worte von Astronaut David Bowman in Stanley Kubricks Science-Fiction-Meisterwerk „2001 – Odyssee im Weltraum“ kommen einem unweigerlich in den Sinn, wenn man in der Kuppel des Planetariums Berlin Prenzlauer Berg sitzt und in die Himmelsprojektion eintaucht. Dabei darf aber schon vor Eintritt in die Himmelskuppel gestaunt werden: Denn Berlin hat sich sein Großplanetarium und dessen Modernisierung im Ostteil der Stadt richtig etwas kosten lassen.

Das Planetarium am Prenzlauer Berg war schon etwas in die Jahre gekommen. Errichtet im Jahre 1987 anlässlich der 750-Jahr-Feier der Stadt Berlin war es damals eines der größten Sternentheater überhaupt.
Nun tat eine Rekonstruktion Not.
Für die Erneuerung der Medientechnik und die baulichen Maßnahmen des Zeiss-Großplanetariums sowie zur Teilfinanzierung der Eröffnungsproduktion „Sterne über Berlin“ wurden vom Land Berlin Mittel in Höhe von 12,8 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Man hat also richtig ran geklotzt in Berlin. Anders als bei anderen (luftfahrtbezogenen) Bauprojekten in Berlin ist dabei etwas Großartiges entstanden.
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Rosetta, Philae und (k)ein Ende …..

Pressekonferenz und Ausstellungseröffnung im Naturkundemuseum Berlin
(veröffentlicht auf: https://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/10082016160156.shtml am 10.08.2016)

Am 30. September ist alles vorbei. Dann wird die Raumsonde Rosetta voraussichtlich gegen 11:10 Uhr UTC auf dem Kometen Tschurjumow-Gerassimenko „impaktieren“, also auftreffen. Dabei wird die Sonde mit einer Geschwindigkeit von 20 bis 25 Zentimetern pro Sekunde auf der Kometenoberfläche aufschlagen. Dies berichtete Dr. Stephan Ulamec, DLR-Projektleiter für den Lander Philae, am 8. August 2016 auf einer Pressekonferenz im Naturkundemuseum in Berlin am Rande einer Ausstellungseröffnung.

Lange habe man nach den passenden Worten gesucht, „Crash“ oder „Landung“ wären nicht die richtigen Beschreibungen, so Ulamec. Zu dem abschließenden Vorgang um Rosetta werde es selbstverständlich einen Livestream der ESA im Internet geben, versicherte der Wissenschaftler. Die Forscher rechneten auf den letzten hundert Metern des Abstieges noch einmal mit ganz tollen Daten, speziell mit hoch aufgelösten Bildern, führte Ulamec aus. Es sei damit zu rechnen, dass der Kontakt circa eine Sekunde nach Aufschlag oder Landung auf dem Kometen abbrechen wird, da sich die Antenne dann vermutlich nicht mehr in der entsprechenden Ausrichtung befindet.
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Deimos – Ich schau dir in die Augen, Kleiner … !

(veröffentlicht auf: http://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/01042016071653.shtml am 01.04. und 02.04.2016 als Aprilscherz in Raumfahrer.net 2016)

Der Indischen Raumfahrt ist ein spektakulärer Coup bei der Erkundung des Sonnensystems gelungen. Die indische Sonde liefert spektakuläre Bilder des Marsmondes Deimos.

Am frühen Morgen (MEZ) des 4. März 2016 wurde der indischen Mars-Orbiters Mangalyaan alias MOM neu ausgerichtet und sein Haupttriebwerk für 12,85 Sekunden gezündet. Zuvor war ein entsprechendes Missionsupdate für die Triebwerkssequenz vom indischen Kontrollzentrum MCF in Hassan eingespielt worden.
Durch die Triebwerkszündung ist die Sonde auf eine extrem elliptische Bahn um den Mars aufgestiegen. Die geringste Marsannährung wurde inzwischen mit 7.250 Kilometer und die größte Entfernung mit 19.750 Kilometer angegeben.
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Veröffentlicht April 2, 2016 von freundederraumfahrt in Technik und Projekte