Archiv für die Kategorie ‘Raumfahrtgeschichte

Gagarin und „Das ungeschriebene Gesetz“

(veröffentlicht auf: https://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/06032018211106.shtml am 06.03.2018)

Am 27. März vor genau 50 Jahren kam der erste Raumfahrer der Welt, der Kosmonaut Juri Alexejewitsch Gagarin bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Der Unfallhergang wurde nie abschließend aufgeklärt. Vor zwei Jahren gab es dann mutmaßlich neue Erkenntnisse, die eine Neuaufnahme der Unglücksuntersuchung rechtfertigen könnte. Passiert ist bislang nichts …. !

Es besteht das ungeschriebene Gesetz: Ein Flugunfall ist aufzuklären. Egal, wie lange es dauert. Dabei sind die Ursachen des Unfallereignisses zu ermitteln. Aus den gewonnenen Erkenntnissen sind dann Maßnahmen abzuleiten, dass so ein Flugunfall nie wieder passieren kann.

In der Öffentlichkeit sind vor allem die großen Flugunfälle mit Passagierflugzeugen im Gedächtnis geblieben. So der Absturz eines Urlaubsfliegers der Birgenair 1996. Hier war ein technischer Defekt die Hauptunfallursache. Oder die Explosion einer Boeing 747 der Fluggesellschaft TWA vor New York, ebenfalls 1996. Ein bis dato nicht so beachtetes Phänomen der Gasbildung in halb leeren Flugzeugtanks führte später zur Umkonstruktion des Jumbojets. Beim Absturz eines Air-France-Airbus 2009 mitten über dem Atlantik handelte es sich hauptsächlich um eine Kombination aus technischen Versagen und Pilotenfehler. Neue Trainingsprogramme für Piloten waren die Folge. Manchmal kann die Aufklärung schnell erfolgen. Bei anderen Vorkommnisse wird es noch Jahre dauern, bis man weis, was wirklich passiert ist. Es ist auch hier notwendig, zweifelsfrei Klarheit über die Ursachen zu schaffen. Ob die Ergebnisse den Beteiligten gefallen oder nicht.
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Veröffentlicht März 6, 2018 von freundederraumfahrt in Anderes, Raumfahrtgeschichte

Der Schuss war laut genug… !

(veröffentlicht auf: https://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/09022018220216.shtml am 09.02.2018)

Zum Jungfernflug der Falcon Heavy ein Kommentar von Andreas Weise

Um es vorweg zu sagen: Nein, ich bin kein SpaceX-Freak. Ich bin auch kein Falcon-Nerd, der jedes Detail einer „Nine“ oder „Heavy“ im Schlaf aufsagen kann. Ich habe mich nicht detailliert mit der Geschichte einer gewissen space-x-igen Raumfahrtfirma beschäftigt. Auch glaube ich nicht, dass Elon Musk die Reinkarnation von Iron Man ist. Und schon gar nicht ist er der Techno-Messias, der uns alle retten wird, weil Prof. Stephen Hawking meinen soll: Wir müssten schnell in den nächsten 100 Jahren auf den Mars auswandern. Allerdings habe ich Musks Biographie im Schrank – und auch gelesen.

Ich verfolge mit Interesse die Diskussionen in den einschlägigen Threads über SpaceX in Raumcon. Dabei sehe ich mich als Amateur im Bereich der Raketentechnologie. Den Marsprojekten stehe ich kritisch gegenüber, obwohl sie mich faszinieren.

Und natürlich staune ich darüber, was ich so bei manchem Berliner Raumcon-Stammtisch über die SpaceX-Raketenentwicklung und über die neusten Akkus für Tesla-Autos erzählt bekomme. Dabei ist mir der Hype um die neue „Superrakete“ Falcon Heavy nicht entgangen.
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Veröffentlicht Februar 9, 2018 von freundederraumfahrt in Kolumnen, Raumfahrtgeschichte, Technik und Projekte

100 mal Raumfahrt konkret betrachtet…

(veröffentlicht auf: https://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/05022018001304.shtml am 05.02.2018)

Das deutschsprachige Raumfahrtmagazin Raumfahrt Concret feiert in diesen Tagen seinen 20. Geburtstag und bringt dazu die 100. Ausgabe heraus. Grund genug für Raumfahrer Net zu gratulieren.

Dazu trafen Mitte Januar Steve Münker und Andreas Weise in Berlin zwei Macher von Raumfahrt Concret. Ute Habricht und Chefredakteur Uwe Schmaling waren in Berlin zu Recherchen raumfahrtpolitischer Fragen unterwegs. Die Zeitschrift Raumfahrt Concret selber ist in Neubrandenburg (Land Mecklenburg-Vorpommern) ansässig. Schmaling wurde die aktuelle Raumfahrer Net-Tasse überreicht mit dem Wunsch, er möge jeden Morgen beim Frühstück an uns denken. Dieser bemerkte, das würde er auch so machen. In gelockerter Atmosphäre gab er uns anschließend ein Interview, das wir im Folgenden leicht gekürzt wiedergeben wollen.
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Veröffentlicht Februar 5, 2018 von freundederraumfahrt in Interview, Interviews, Raumfahrtgeschichte

Biep Biep… Wir haben ein Problem…

(veröffentlicht auf: https://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/06122017083245.shtml am 06.12.2017)

… Storys aus der Raumfahrt. Das neuste „Jackentaschen-to-go-Buch“ von Eugen Reichl, erschienen im Eulenspiegel Verlag Berlin.

Zunächst glaubte ich, mich verguckt zu haben. Ein Reichl-Büchlein aus dem Eulenspiegel Verlag (!). Ein Verlag, den man weniger mit der Raumfahrttechnik und Geschichte, als mehr mit beißender Satire in Zusammenhang bringt. Geht das überhaupt? Aber natürlich!

Denn die Raumfahrt wird von Menschen gemacht und betrieben. Der Mensch ist eben nicht unfehlbar. Manch einer glaubt es. Es stimmt aber nicht. In unserer technikgläubigen Welt wird oft der Eindruck vermittelt, dass mit der richtigen Technologie und der richtigen Software alles perfekt funktionieren wird. Tut es aber nicht! Weil eben der Mensch immer noch derjenige ist, der abschließend seine Hände mit im Spiel hat. Und das ist gut so.
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Veröffentlicht Dezember 6, 2017 von freundederraumfahrt in Anderes, Bücher, Raumfahrtgeschichte

SPACE 2018 – Ein Buch und eine Geschenkidee…

(veröffentlicht auf: https://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/27112017233010.shtml am 27.11.2017)

Es sind noch rund vier Wochen bis Weihnachten. Die Zeit ist also reif, über mögliche Weihnachtsgeschenke nachzudenken. Skurrile Geschenkideen wie zum Beispiel ein original Sojus-Raumanzug. Ein Teil einer geflogenen Verdichter-Schaufel eines Sojus-Triebwerkes oder der zertifizierte Abrieb eines Falcon-9-Landebeines sind nicht einfach zu realisieren.

Einfacher ist es mit einem der typischen Klassiker: Ein gutes Buch oder ein guter Film auf DVD oder Blu-ray. Und zu ersterem glauben wir eine Empfehlung geben zu können:

„SPACE 2018 – Das aktuelle Raumfahrtjahr mit Chronik 2017“
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Veröffentlicht November 27, 2017 von freundederraumfahrt in Anderes, Bücher, Raumfahrtgeschichte

Spacewalker – „Vremya Pervykh – Die Zeit der Ersten“

(veröffentlicht auf: https://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/05112017092624.shtml am 05.11.2017)

Der russische Kinofilm „Vremya Pervykh – Die Zeit der Ersten“ über den historischen Flug von Woschod 2 ist als DVD in deutscher Synchronisation erschienen.

Im April 2017 ist der russische Kinofilm zum 50. Flugjubiläum von Woschod 2 in den russischen Kinos angelaufen. Also brandneu. Man könnte aber auch sagen: Etwas verspätet, denn schließlich war der 50. Jahrestag des historischen Fluges von Woschod 2 schon vor zwei Jahren. In einigen ausgewählten deutschen Kinos konnte man sich in Sonderveranstaltungen dieses Werk in 3D in der Originalfassung (Russisch ohne Untertitel) vorab ansehen. Ich hatte Gelegenheit, in Berlin-Marzahn im tiefsten Osten Berlins einer solchen Filmvorführung bei zu wohnen. Fünf Minuten vor Beginn der Vorstellung saß ich allein in dem riesigen Kinosaal. Fünf Minuten nach Filmbeginn war der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt – mit fast ausschließlich russischem Publikum. Ein Heimspiel gewissermaßen.

Ich hatte damals Abstand genommen, über dieses Kinoereignis einen Bericht zu schreiben. Zu theatralisch, zu aufgesetzt und zu heldenkultig erschien mir der Streifen. Ein russischer Film über eine russische Geschichte für das russische Publikum. Seit Ende Oktober 2017 ist nun dieser Streifen unter dem Titel „Spacewalker“ in der deutschen Synchronfassung auf DVD erhältlich. Nach dreimaligem Ansehen komme ich zu dem Schluss: So schlecht ist er dann doch nicht. Im Gegenteil! Ob es an der deutschen Synchronisation liegt, dank der man nun die ganzen Anspielungen und Doppeldeutigkeiten besser versteht? Das könnte schon sein.
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Veröffentlicht November 5, 2017 von freundederraumfahrt in Kinoseite, Raumfahrtgeschichte

Rückblende: Pjotr Iwanowitsch Dolgow …

(veröffentlicht auf: https://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/02112017000153.shtml am 02.11.2017)

… Stratosphärenspringer und Phantomkosmonaut – Zu seinem 55. Todestag …
Zur Yuris’s Night am 12. April 2017 hielt Andreas Weise einen Vortrag im Wiener Naturhistorischen Museum. Der Vortrag basierte auf dem folgenden Artikel.


Prolog
…in uralten vergilbten Zeitungen geblättert…

Lesen in alten Printmedien ist interessant. In vielen alten Zeitschriften und Magazinen, die auch schon mal ein halbes Jahrhundert und älter seien dürfen, finden sich Beschreibungen und Hinweise auf Geschichten und Geschichte, die im Abstand der heutigen Zeit zwar fast vergessen, aber wieder ausgegraben immer noch spannend sind.

Der November 1962 war eine sehr bewegte Zeit. Außenpolitisch war die Menschheit gerade knapp an ihrer eigenen Vernichtung vorbei geschrammt, ohne sich dessen wirklich richtig bewusst geworden zu sein. Die sogenannte Kuba-Krise als Fast-Auslöser eines Atomkrieges war erst wenige Tage her. In der alten Bundesrepublik beschäftigte man sich innenpolitisch mit der SPIEGEL-Affäre. Herausgeber Rudolf Augstein saß wegen des Vorwurfs des Landesverrates gerade in Untersuchungshaft. Die Topmeldung zur Raumfahrt in der DDR war am 2. November der Start der sowjetischen Sonde Mars 1. Ein Thema, das in der Ostberliner Presse bereitwillig ausgebreitet wurde, in den Westberliner Zeitungen aber nur kurz Erwähnung fand. Hinter diesem medialen Hintergrund verblüffte es schon ein wenig, dass das Hamburger Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL am 21. November 1962 auf einer der letzten Seiten folgende kleine Notiz brachte:

„GESTORBEN . . .
. . . PJOTR IWANOWITSCH DOLGOW, 41, sowjetischer Oberst, Konstrukteur der Schleudersitze für die sowjetischen Weltraumschiffe vom Typ „Wostok“ und Weltrekord-Fallschirmspringer; nach einer Meldung der sowjetischen Armeezeitung „Roter Stern“ in „Ausübung seiner Pflichten“.“

(zitiert aus DER SPIEGEL, 21.11.1962, Nr.47, Seite 132)

Es muss also etwas Besonderes mit diesem Oberst Dolgow auf sich haben, wenn ein westliches Nachrichtenmagazin diesen Sowjetmenschen bemerkt und für erwähnenswert erachtet.
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Veröffentlicht November 2, 2017 von freundederraumfahrt in Raumfahrtgeschichte, Technik und Projekte