Archiv für die Kategorie ‘Kolumnen

„Sojus 29: Zwischenhalt am Boden“ – Update

(veröffentlicht auf: https://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/08122016225315.shtml am 08.12.2016)

Dieses News-Update bezieht sich auf den ursprünglichen Artikel „Sojus 29: Zwischenhalt am Boden“ vom Februar 2016.

Im Februar diesen Jahres wurde die Landekapsel des ersten deutschen Raumfahrers seit fast fünf Jahren zum ersten mal wieder auf den Boden des Militärhistorischen Museums in Dresden geholt. Besucher freute es. Für diese Zeit war die Präsentation einzigartig.

Der Betrachter konnte ohne behindernde Glasschutzummantelung, wie etwa in Paris oder in Speyer, das Objekt direkt aus der Nähe betrachten. Nur so konnten dann überhaupt spezielle, interessante Fragen, wie zum Beispiel nach den Schraubenbolzen und den verrußten Gewindebohrungen an der Frontseite, aufkommen.
(Diskussion hier im Forum zu den Sprengbolzen zwischen Landeapparat und Orbitalsektion).

Am 24. Februar 2016 sollte ursprünglich die „29“ wieder an ihren, durch das aktuelle Ausstellungskonzept bestimmten, Platz unter die Decke im sogenannten Libeskind-Keil gehängt werden. Doch der Aufstieg verzögerte sich auf wundersame Weise um neun Monate.
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Veröffentlicht Dezember 8, 2016 von freundederraumfahrt in Kolumnen, Raumfahrtgeschichte

ILA – Wohin fliegst Du ?

Der Text wurde ursprünglich für RAUMFAHRER.NET geschrieben, dann mehrmals umgearbeitet, aber aus unterschiedlichen Gründen nicht veröffentlicht. Hauptgrund war: Er war nicht mehr zeitlich aktuell.

Kommentar und Nachlese zur ILA 2016 von Andreas Weise

Es war ein Erfolg auf der ganzen Linie: „Die ILA Berlin Air Show 2016 hat sich mit zahlreichen Innovationen und Zukunftstechnologien als Leistungsschau für alle Geschäftsfelder der globalen Aerospace-Industrie präsentiert. 1.017 Aussteller aus 37 Ländern zeigten vom 1. bis 4. Juni 2016 ein breites Spektrum ihrer aktuellen High Tech-Produkte sowie Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Insgesamt 150.000 Fach- und Privatbesucher strömten an den vier Veranstaltungstagen auf das 250.000 Quadratmeter große Berlin ExpoCenter Airport. Rund 200 Fluggeräte wurden im Flugprogramm und auf dem Freigelände vorgestellt. Der Fachwelt boten rund 50 Kongresse und Tagungen aktuelles Branchenwissen. Digitalisierung und 3D-Druck, Industrie 4.0 und Ökoeffizienz waren nur einige der Konferenzschwerpunkte. Das neue Future Lab am Stand des Bundeswirtschaftsministeriums ermöglichte mit vielen High Tech-Produkten einen Blick in die technologische Zukunft der Aerospace-Industrie. Auf dem erstmals durchgeführten Startup Day stellten 50 junge Unternehmen ihre kreativen Ideen und Geschäftsmodelle vor, die später einmal die Aerospace-Industrie bereichern könnten.“ …
Und der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V. (BDLI) Volker Thurm wird zitiert: „Die vergangenen vier Tage haben deutlich gezeigt, dass die ILA 2016 Synonym für Innovation and Leadership in Aerospace ist. Sie hat gezielt richtungsweisende Themen unserer global aufgestellten Branche aufgegriffen wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung, 3D-Druck oder Industrie 4.0. Diese Zukunftsfelder haben in den vergangenen Tagen entscheidende Impulse erhalten, auf die unsere Industrie zurückgreifen wird bei der Umsetzung von Innovationen in Produkte der Spitzentechnologie. Eine besondere Freude ist mir auch das ausschließlich positive Feedback unserer Aussteller aus der ganzen Welt. Das vielfältige Flugprogramm hat die Faszination unserer Produkte eindrucksvoll präsentiert.“ …
So ist es zu lesen in der abschließenden Pressemitteilung der Veranstalter der diesjährigen Luft- und Raumfahrtschau in Berlin-Schönefeld. Und so wurde es von vielen Presseorganen einfach übernommen. Nun mag das genannte inhaltlich alles richtig sein.
Wie aber stellt sich die Angelegenheit für jemanden dar, der keinen Platz im Big Business hat? Wie hat sich die Veranstaltung dem interessierten Bürger ohne Fachbesucher-Motive präsentiert?
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Veröffentlicht Juni 13, 2016 von freundederraumfahrt in Kolumnen

Zum 48. Todestag von Juri Gagarin

Das Rätselraten über die Umstände seines Todes – und ein neues Buch mit neuen Fakten
(veröffentlicht auf: http://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/18032016101102.shtml am 18.03.2016)

Die Vorgeschichte
Es gibt viele Geschichten in der Raumfahrt, die nebulös und geheimnisvoll sind.
Ich selber befasse mich seit Jahren mit Ungereimtheiten in der Anfangsphase der bemannten Raumfahrt und bin dabei nicht auf Aliens oder Weltverschwörungen, aber auf so manche interessante Geschichte gestoßen.
Wie zum Beispiel die eines Weltraumfluges, den es gar nicht gab.
http://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/15042014220440.shtml

Wo aber der Spaß aufhört und der bittere Ernst anfängt, das sind Geschichten vom Tod. Und speziell um den Tod des ersten Menschen, der in den Weltraum geflogen ist, ranken sich heute noch teilweise die absurdesten Gerüchte. Die Rede ist vom Unfalltod des Juri Alexejewitsch Gagarin am 27. März 1968.
Dieser stürzt bei einem banalen Übungsflug zusammen mit seinem Fluglehrer Oberst Wladimir Serjorgin mit einem Schulflugzeug Mig-1UTI ab. Die Umstände sind bis heute ungeklärt.

Und diese Unklarheit bereitet den Nährboden für so manche Haare sträubende Geschichte:
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Veröffentlicht März 18, 2016 von freundederraumfahrt in Kolumnen, Raumfahrtgeschichte

Sojus 29: Zwischenhalt am Boden

Die Kapsel konnte für kurze Zeit aus der Nähe besichtigt werden. Andreas Weise war für Raumfahrer.net am 19. Februar 2016 im Militärhistorischen Museum (MHM) Dresden.

(veröffentlicht auf: http://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/21022016214631.shtml am 21.02.2016)

„…Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass dieser Platz zwischen Himmel und Erde der Endlagerplatz für die Sojus sein soll! Nein, ich kann es mir wirklich nicht vorstellen!…“ So hatte ich in der Zeitschrift „Raumfahrt Concret“ Ausgabe 4/5/2011 anlässlich der Neueröffnung des Militärhistorischen Museums Dresden, kurz MHM, Ende 2011 geschrieben.

Wohl wissend um die komplizierten, rechtlichen und emotionalen Zusammenhänge war ich aber davon ausgegangen, dass es trotz aller Bemühungen noch lange Zeit dauern würde, bis die „29“ mal wieder aus der Nähe zu betrachten wäre. Seit dem Zeitpunkt der Aufhängung in der rückseitigen oberen Ecke des Libeskind-Keils im Militärhistorischen Museum in Dresden Ende 2011 hat die „29“ nun erstmalig wieder den Boden erreicht.
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Veröffentlicht Februar 21, 2016 von freundederraumfahrt in Kolumnen, Raumfahrtgeschichte

Cosmonauts: Birth of the Space Age

In London ist derzeit eine einmalige Ausstellung zur sowjetischen und russischen Weltraumgeschichte zu sehen. Für Raumfahrer.net war Andreas Weise vor Ort.

(veröffentlicht auf: http://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/17022016111840.shtml am 17.02.2016)

Juwelenschau
Warum setzt man sich mitten in der Woche zu nachtschlafender Zeit in ein Flugzeug und fliegt nach London? Nun, zum ersten sind zur Wochenmitte die Flugpreise am niedrigsten. Und zum zweiten gibt es in London die Kronjuwelen zu bestaunen. Und die sind wirklich sehenswert! Allerdings meine ich nicht die wohl behüteten, im Tower auf den täglichen Touristenansturm wartenden Insignien der Britischen Krone.

In London sind zur Zeit die Kronjuwelen der sowjetischen Raumfahrt ausgestellt. Dem Science Museum London ist es gelungen, bedeutende, wichtige und auch schöne Ausstellungsstücke aus öffentlichen, nicht öffentlichen und privaten Museen Russlands zu vereinigen. Die Vorbereitung dieser Ausstellung hat nicht nur enormes diplomatisches Geschick erfordert, sie erstreckte sich darüber hinaus über mehrere Jahre. Die Liste der Leihgeber und Unterstützer der Ausstellung liest sich wie ein Who-is-who der russischen Raumfahrt. Museen und Ausstellungen, die ein „normalsterblicher Raumfahrtfan“ nicht ohne weiteres betreten kann, gaben Leihstellungen. Stellvertretend sei hier Zvesda, Energia, Lavochkin und das Moskauer Staatliche Luftfahrtinstitut genannt.
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Die maximale MAKS

(veröffentlicht auf: http://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/23092015114021.shtml)

Eine (ganz persönliche) Nachlese zu Russlands Luft- und Raumfahrtschau MAKS 2015.

Ende August dröhnte der Himmel östlich von Moskau besonders laut. Die Ursache: Die MAKS des Jahres 2015. In Fachkreisen zählt die MAKS (Международный авиационно-космический салон, übersetzt: Internationaler Luft- und Raumfahrtsalon) neben ILA (Berlin), Farnborough (westlich von London) und Le Bourget (Paris) zu den wichtigsten Leistungsschauen der Luft- und Raumfahrtindustrie.
Seit 1993 findet die MAKS alle 2 Jahre statt. Ausstellungsort ist der Flugplatz Ramenskoje nahe der Stadt Schukowski, östlich von Moskau. Das Flugfeld wird von der Michail-Gromow-Hochschule für Flugforschung genutzt, verfügt über die längste Flugpiste Europas (5,4 Kilometer) und hat im Laufe seiner Geschichte viele Prototyp-Erprobungen, von „geheimen“ Flugzeugen, Jägern, Bombern, über Zivilmaschinen bis zum Buran, gesehen.

Russlands Luft- und Raumfahrtindustrie rief also zur MAKS-2015 … und alle Russen kamen … . Und die anderen? Man musste suchen.
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Veröffentlicht September 27, 2015 von freundederraumfahrt in Kolumnen, Reise- und Ereignisberichte

Le Bourget 2015 – Jeder fliegt für sich alleine …

(veröffentlicht auf: http://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/22062015201722.shtml)

Das waren noch Zeiten: In den Endsechzigern bis in die achtziger Jahre war die weltgrößte Flugzeugschau in Le Bourget bei Paris DER Schauplatz für die Luft- und Raumfahrtindustrie. Heute fliegt jeder für sich alleine. Meint Andreas Weise in eigener, subjektiver Betrachtung.

Es gab nicht nur Fachbesuchertage für einen eingeschränkten elitären Kreis. Dem einfachen Normalbesucher, der nicht unbedingt in der Lage war, eines der ausgestellten Flugzeuge zu erwerben, wurde seinerzeit eine Menge geboten. Brot und Spiele wolle man meinen.
Das Werben um den „normalsterblichen Besucher“, der nach dem Staunen über die technischen Errungenschaften jener Zeit dann zurück in sein alltägliches Leben ging, hatte tiefere Gründe. Die Ausstellung in Paris war auch eine Leistungsschau der sich damals gegenüberstehenden Systeme.
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Veröffentlicht Juni 22, 2015 von freundederraumfahrt in Kolumnen, Reise- und Ereignisberichte

Der Marsianer – Rettet Mark Watney

Die kleine Kinoecke – Vorschau
Der Marsianer – Rettet Mark Watney
geschreiben für RaumfahrtConcret am 10.06.2015 – veröffentlicht (leider erst) am 20.10.2015 in RaumfahrtConcret Heft 88, Seite 29
Da war der Kinostart schon längst erfolgt und das Kinostart-Datum überholt. Schade!

Ridley Scott hat sich mal wieder in den Regiestuhl gesetzt. Sein letzter Film „Exodus: Götter und Könige“, nun sagen wir mal vorsichtig, war ja nicht ganz so grandios. Insofern spricht die Statistik jetzt für ihn, dass sein neues Werk wieder an glanzvolle Streifen, wie „Prometheus“ anknüpft.
Und das könnte auch wirklich der Fall sein. Denn die Romanvorlage ist der US-Bestseller „The Martian“. Die Geschichte ist einfach, wie geradezu genial.
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Veröffentlicht Juni 10, 2015 von freundederraumfahrt in Kinoseite, Kolumnen

„Der unbekannte Gagarin“ – Die letzten Geheimnisse von Juri Gagarin

(von Andreas Weise, veröffentlicht in RaumfahrtConcret 87 2/2015, Seite 16)

Kurz nachdem Gerhard Kowalski, Journalist und Gagarin-Experte sein zweites Buch über den ersten Menschen im Weltraum im April 2011 veröffentlicht hatte, wurde es von der Aktualität eingeholt. Kurz nach dem 50sten Flugjubiläum Gagarins wurde in Moskau die Veröffentlichung von 200 neuen Geheimdokumenten zum Flug Gagarins bekannt gegeben.
Kowalski ist dieser Ankündigung natürlich sofort nachgegangen.
Jetzt liegt sein Ergebnis vor: Das dritte, und wie der Autor im Untertitel meint, finale Buch zum ersten Kosmonauten der Welt.
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Veröffentlicht April 30, 2015 von freundederraumfahrt in Bücher, Kolumnen, Raumfahrtgeschichte

Von der Buchmesse Leipzig: Alle guten Dinge sind Drei

Gerhard Kowalski legt sein neues Buch „Der unbekannte Gagarin“ über den ersten Kosmonauten der Welt vor.

Veröffentlicht auf: http://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/11042015082842.shtml

Wer kennt sie nicht, die tragische Geschichte vom Wettlauf zwischen Hase und Igel, aufgeschrieben durch die Gebrüder Grimm. Immer wenn man glaubt, man habe sein Ziel erreicht, da ist schon wieder alles anders. Besonders schmerzhaft muss das sein, wenn es sich dabei um ein selbst gestecktes Ziel handelt, einen Themenkomplex allumfassend abzuschließen.
Genauso muss sich der Journalist, Autor und Gagarin-Experte Gerhard Kowalski gefühlt haben, als sein zweites Buch „Heute 6:07 UT“ erschien. Die Veröffentlichung erfolgte rechtzeitig zum 50. Jahrestag des ersten bemannten Kosmosfluges im April 2011. Alles Bekannte und Wissenswerte, was Kowalski bis zu diesem Zeitpunkt über den ersten Menschen im Weltraum recherchiert hatte, war dort zusammengetragen. Soweit so gut. Den Rest des Beitrags lesen »

Veröffentlicht April 11, 2015 von freundederraumfahrt in Bücher, Kolumnen, Raumfahrtgeschichte