Rede: Einweihung der Gagarin-Büste im Planetarium Cottbus

Rede von Andreas Weise
Anlass: Einweihung der Gagarinbüste zur Yuri’sNight 2011 am 8. April 2012
Ort: Raumflugplanetarium „Juri Gagarin“ in Cottbus

Liebe Gäste,
hochverehrte Anwesende,

Ich freue mich, dass ich die Gelegenheit bekommen habe, hier einige Worte zur Einweihung dieser Gagarinbüste zu sprechen.

Das diese Büste hier und heute eingeweiht werden kann ist zunächst einmal einem Zufall geschuldet, nämlich der zufälligen Fragestellung: „Was ist eigentlich aus so manchen Kunstwerken im Treptower-Park in Berlin geworden….?“

Dort wurde fast auf den Tag genau vor 30 Jahren, am 10. April 1981 zum 20. Jahrestag des Raumfluges von Juri Gagarin seine Büste durch Sigmund Jähn auf dem Geländer der Archenholdsternwarte eingeweiht.

Da stand sie nun würdig in ruhiger Parklage fernab des Strassentrubels mittenmang anderen Persönlichkeiten, wie Johannes Keppler und Galileo Gallile.

Als ab Herbst 1989 und in den folgenden Monaten die politischen Umbrüche in Berlin in immer rasanter Folge stattfanden, merkte keiner, dass eines Tages Gagarin – wie sagt der Berliner ? – wech, abhanden jekommen, war.

Das schien keinem weiter so aufzufallen, hatte man zu diesem Zeitpunkt doch ganz andere Sorgen und Probleme. Wer diese Zeit in Berlin miterlebt hat, weis wovon ich rede.

Vereinzelt wurde zwar in diversen Internet-Foren viel später bemerkt, dass da was fehlt, aber keiner suchte so richtig intensiv.

Vor etwas mehr als einem Jahr kam ich dann auf die Idee, aus einer Gesprächsrunde mit Freunden heraus, da mal etwas tiefer zu graben.
Herr Prof. Herrmann erinnert sich bestimmt noch an unsere erste Kontakt per Mail.

Irgendwo hatte ich gelesen, dass die Büste „abgebaut“ und nicht „geklaut“ war.
Also bereitete ich mich auf die Tippeltappeltour durch die Höhen und Tiefen der Berliner Senatskulturverwaltung vor.
Die entsprechenden Telefonnummern lagen schon bereit.

Aber dann kam der entscheidende Hinweis von Herrn Rommel mit dem Fingerzeig nach Beeskow.
Es zahlt sich eben aus, wenn man das Naheliegende macht: Einfach zu Telefonbuch und Telefonhöhrer greifen und den Künster selber anrufen.

Ich bin ehrlich… :
Die ganze Suche hatte nicht einmal eine Woche gedauert.

Tja, und in Beeskow war man geradezu freudig bewegt, als ich speziell nach diesem Kunstobjekt fragte.
Hallo Frau Geißler!

Aber zugegeben: Es war schon ein erhebendes Gefühl, inmitten von vielen Kunstwerken aus vergangenen Tagen nun ausgerechnet „Ihn“ dort zu finden.

Wer A sagt muss auch B sagen:
Der Fund oder die Wiederentdeckung wäre total sinnlos gewesen, wenn man im zweiten Schritt nicht daran gegangen wäre, Gagarin wieder ans Licht der Öffentlichkeit zu holen.

Kunst kann eben nur Kunst sein, wenn sie in der Öffentlichkeit steht und nicht in Magazinen und Depos schlummert.

Ich möchte jetzt nicht erzählen, welche verschiedenen Überlegungen getätigt wurden. Er sollte ja nicht irgendwo hingestellt werden.

Irgendwie sind wir dann auf das Planetarium „Juri Gagarin“ Cottbus gestoßen.
Nicht nur, weil Cottbus meine Heimatstadt ist.

Und hier war man sofort Feuer und Flamme.
Herr Thiele erinnert sich bestimmt daran.

Aber einfach die Büste haben wollen
und die Büste aufstellen sind auch zwei verschiedene Sachen.

Also an dieser Stelle allen, allen Dank für die Unterstützung, dass das heute hier möglich wurde, den genannten und nicht genannten:
Dem Kunstarchiv Beeskow – Frau Geißler
Herr Rommel, Herr Prof. Herrmann
Herr Rinne von der Firma TBS-Rinne für die Finanzierung der Restaurierung
Der Kunstgießerei Seiler
Dem Staatstheater Cottbus
Den Freunden vom Planetarium Cottbus
Der Stadtverwaltung ….
Ich habe bestimmt jetzt einige vergessen.

So… und hier steht er nun.

Nein… Ich sage Ihnen…. Hier ist Gagarin richtig. Hier hat er ein neues zu Hause. Hier ist man den Sternen – wenn auch nur virtuell – so nah und das ganz in seinem Geist.

Und ich würde mich freuen, wenn Kinder – und hier wird viel für Kinder gemacht – fragen würden:
„Eh! Was ist den das für ein Onkel da, der dort im Fourje steht?“

Und dann kann man erzählen:
Das ist Juri Gagarin.
Er war der erste, der in den Weltraum flog.
Er war ein sehr mutiger und tapferer Mann.
Keiner wusste vorher, was ihn im Kosmos erwartete… .

Viele folgten Ihm – aber er war der erste… .
Und darum möchten wir ihn heute ehren.

Im diesem Sinne möchte ich mich bei Ihnen für die Aufmerksamkeit bedanken.
. . .

Veröffentlicht April 8, 2011 von freundederraumfahrt in Reise- und Ereignisberichte

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